Archiv für April 2009
Verfasst von Scheff am Mittwoch, 29. April 2009
Eine Standard-Anfrage von uns an die Lieferanten ist, in welcher Größe wir die Bedienungsanleitung designen können.
Dabei ist natürlich wichtig, dass die Bedienungsanleitung in die für das Produkt vorgesehene Verpackung passt. Außerdem haben die Lieferanten meist bestimmte Standardgrößen, für die sie vielleicht schon Verträge mit den Druckereien haben. Aber diese Größen müssen wir natürlich wissen, damit wir unsere Anleitung gleich auf das Format anlegen.
Würden wir das nicht tun und den Lieferanten einfach unsere Standardformate, wie A4 oder A5 schicken, würden viele von denen das ohne Rücksprache einfach auf ihre Größe ändern. Und dabei rede ich nicht von ordentlichem Skalieren. Hin und wieder wird da dann einfach an der Seite ein Streifen abgeschnitten, damit es in die Verpackung passt.
Die guten Lieferanten sagen uns gleich, was sie brauchen.
Die weniger guten sagen es immerhin auf Nachfrage.
Die Horste sagen uns, dass sie gern eine andere Größe hätten, wenn wir Ihnen schon unsere fertige Bedienungsanleitung geschickt haben. Das sind dann immer Momente, in denen wir beruhigend und mit säuselnder Stimme auf unseren Designer einreden und ihm viele Süßigkeiten hinstellen müssen, damit er seine verschiedenen Gewaltpläne (zum Beispiel den, eine Armee von Killerpandas
zu züchten und diese in China einmarschieren zu lassen) nicht wahr macht. Er muss dann nämlich alles nochmal neu setzen. Aber das kommt zum Glück nicht so oft vor.
Wahrscheinlich halten uns einige der chinesischen Lieferanten auch für doof.
Das denken wir besonders dann, wenn der Erklärung, wie sie eine Bedienungsanleitung brauchen auch noch ein Foto von einer kleinen Skizze beiliegt.
So wie diese:

Oder diese:

Das ist doch nett, oder?
Da kann nun wirklich fast nichts mehr schief gehen.
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Verfasst von Scheff am Dienstag, 28. April 2009
Heute wieder ein Leserbrief.
Diese Zuschrift kommt von Paul Glaser, der auch ein eigenes Fotoblog betreibt.
Herr Glaser schreibt dazu:
…vor kurzem habe ich mir einen Batteriegriff für meine digitale Spiegelreflex-Kamera gekauft, dem diese tolle Anleitung in bestem „Deustsch“ beilag…

Ah-so!
Und dann können wir in dieser tollen Anleitung noch das hier lesen:

…Schiebt zur Batterie in Koffer zwei der Batterien … zur Klemmplatte und zum Batteriehochzeichnungspfeil… Häää?
Naja, aber den interessantesten Teil kommentiert unser Leser so:
…Könnte aber auch für Sex-Spielzeug oder ähnliches sein, oder wozu soll ich die „… Erektion einstellen und benutzen …“?…

Batteriegriff Erektion… 
Sehr sehr schön!
Ich möchte Euch wirklich empfehlen, den ganzen Quark zu lesen.
Klickt dazu hier.
Vielen Dank Paul Glaser! Wir haben herzlich gelacht.
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Verfasst von Scheff am Freitag, 24. April 2009
Wir haben eine neue Kategorie: Leserbriefe
Darin veröffentlichen wir Zuschriften unserer lieben Leser und Leserinnen, die auch über Merkwürdigkeiten mit Übersetzungen oder sonstigen themenrelevanten Sachen gestolpert sind.
Vielen Dank einmal dafür an alle, die sich auf diese Weise an unserem Blog beteiligen!
Wolfgang Jung hat anscheinend das VoIP-Telefon „snom 320″ zu Hause.

In der Bedienungsanleitung fand er diese merkwürdige Erklärung:

WTF???
Hier soll doch nicht etwa jemand diskriminiert werden, oder?
Udo Vetter oder wenigstens Ingo Lenßen – bitte übernehmen Sie!
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Verfasst von Nr. 2 am Mittwoch, 22. April 2009
Ich habe mal eine kleine Zeichnung gemacht, wie ich mir die geo-politische-sozial-kulturelle Lage in Bezug auf unsere geschätzten Handelspartner so ungefähr vorstelle:

Das erklärt dann auch ganz einfach und überzeugend Fehler wie diesen, die leider in letzter Zeit öfters auftauchen:

Denn: An Sprachproblemen können verdrehte Bilder ja wirklich nicht liegen
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Verfasst von Scheff am Dienstag, 21. April 2009
Verwendet jemand Kaspersky Anti-Virus?
Und habt Ihr Euch schonmal die Warnungen angeschaut, die da immer so eingeblendet werden?
Die hier zum Beispiel:

„Die vollständige Untersuchung des Computers liegt sehr lange zu“
–> zu-was? zu groß? zu klein? zu spät? zum totlachen? 
Und „erfolgte“ und „erschienen“ passt ja wohl auch nicht so richtig zusammen.
Oder die:

Hier sind die von mir verwendeten Antiviren-Datenbanken offenbar schon zwei mal erschienen erschienen… 
Am Ende empfehlen sie mir noch automatisch…
Ja was? Das Antiviren-Programm automatisch zu deinstallieren und ein anderes zu verwenden? Oder was?
In der Hilfe findet man natürlich auch nichts darüber!
Aber das ist ja überall so.
Einen lustigen Cliffhanger bei der Windows-Hilfe hat zum Beispiel auch Zivilschein dokumentiert.
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Verfasst von Scheff am Montag, 20. April 2009
Wenn man eine Microsoft Office – Version hat, die nicht Office 2007 heißt, bekommt man Probleme, wenn man eine mit Office 2007 erstellte Datei öffnen will.
Das liegt daran, dass ab Office 2007 mit XML-basierten Dateiformaten gearbeitet wird.
Word-Dokumente zum Beispiel haben dann nicht mehr die Datei-Endung „*.doc“ sondern „*.docx“.
Aber Microsoft ist nett und stellt offizielle Updates bereit. Man kann sie im Microsoft Download Center herunterladen.
Ein Service Pack (SP1) gibt es inzwischen auch schon.
Die Installation des Updates verläuft problemlos.
Installiert man jedoch das Service Pack, wird einem der Lizenzvertrag in einer fremden Sprache angezeigt:

Sowas sind wir bisher nur aus China gewohnt…
Aber mal ehrlich, man kann seine Gleichgültigkeit darüber, dass niemand diese Lizenzverträge liest, auch anders zum Ausdruck bringen.
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Verfasst von Nr. 2 am Freitag, 17. April 2009
Und heute mal wieder ein Klassiker aus der Reihe „So doch lieber nicht“. Auch wenn sie nicht perfekt und in den meisten Fällen nicht mal gut oder auch nur anständig sind, werden sie leider immer und immer wieder eingesetzt: Vorhang auf für unsere absoluten Lieblinge, die elektronischen Übersetzungen. Und zwar nicht die guten, bei denen echte, fachkundige Menschen später drüberlesen. Nein, hier handelt es sich leider mal wieder um einen Worst-Case der Elektro-Kunst.
Meine Lieblingsbeispiele:
Set bias ratio = festes Vorurteilsverhältnis
In China wie überall auf der Welt: feste Vorurteile
Sub LCD = Uboot lcd
Kapitän unter Deck bitte – und abtauchen
Sound Recorder = Gesundes Registriergerät
Wenigstens einer ist hier gesund – meine geistige Gesundheit leidet inzwischen ein bisschen
Command Error = Befehlen Sie Fehler
DAS war wohl die große Überschrift
MS Board = Frau Ausschuß
Offensichtlich ist die liebe Bürokratie auch in China weit verbreitet
Miss you = Ich werde sie verpassen
Ohne Worte. Kein Wunder, dass es mit der Völkerverständigung oft nicht so gut klappt
Refresh = Erfrischen Sie sich
Endlich hat jemand Mitleid mit mir
Warning: Transmitted unprotected = Achtung: es hat ungeschützt gesendet
Der Schlingel – und das in Zeiten von Aids und so
Proxy adress = Vollmachtshafen
Im Gegenteil zu nur halbwegs bevollmächtigten Häfen, in die Schiffe nur rein, aber nicht mehr raus können
Immediate server = Unmittelbarer Diener
Hätte ich auch gerne
MMS may be corrupted = MMS können verdorben werden
Wahrschienlich werden MMS moralisch von denen verdorben, die ungeschützt senden
Invalid input value = Invalide hat Wert eingegeben
Mein absoluter Liebling. So was Unverschämtes muss auch separat gemeldet werden.
Und das aller-, aller- allerschlimmste ist, es nimmt kein Ende. Ich bin seit gut einer Woche dran und der Alptraum hat kein Ende.
Etwas Mitleid für mein gepeinigtes Seelchen, bitte!
Veröffentlicht in Korrekturlesen - Nö! | Verschlagwortet mit : Automatische Übersetzung, babelfish, Software übersetzen | 2 Kommentare »
Verfasst von Scheff am Donnerstag, 16. April 2009
Das hier steht auf einer Verpackung eines kleinen Mikrofons:

Was sie sagen wollen: Das Teil passt an einen normalen 3,5 mm Klinke-Eingang (socket).
Was sie sagen: Das Teil passt auch in Muttis Sound-Socke.
Klar, „Mutti“ wird mit zwei „t“ geschrieben. Aber auf den ersten Blick liest sich das so.
Veröffentlicht in Korrekturlesen - Nö! | Verschlagwortet mit : übersetzung, Mikrofon, Verpackung | Kommentar schreiben »
Verfasst von Scheff am Montag, 13. April 2009
Nur mal so zum Angeben…
So sieht es aus, wenn das eigene Blog in einer Fotostrecke auf Spiegel online verlinkt wird:

Menno! Das versaut einem die ganze Statistik!
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Verfasst von Scheff am Freitag, 3. April 2009
Im Online-Shop unimall kann man allerlei Computerzubehör und auch MacBooks kaufen.
Dann wollen wir doch mal sehen, was so ein MacBook Pro denn alles tolles an sich hat:

Neues Design. – Schick!
Neue Leistungsmerkmale. – Aha!
Neue Technologien. – Wow!
Und was noch?
„Alles Standards entsprechend…“
Na dann wollen wir mal hoffen, dass es wenigstens die MacBooks gibt, wenn schon nicht die Standards…
Veröffentlicht in Fremdschämen, frohbü-roh | Verschlagwortet mit : MacBook, Werbung | 5 Kommentare »
Verfasst von Scheff am Mittwoch, 1. April 2009
So eine flexible Tastatur aus Silikon-Material ist ja inzwischen sicher auch allgemein bekannt:
Quelle: amazon.de
Schauen wir doch mal, was der asiatische Lieferant auf Deutsch auf die Verpackung einer solchen Tastatur schreibt:

Diese Tastatur ist also die perfekte Kombination aus Praxistauglichkeit, Langlebigkeit, Komfort und Flexibilität, ist perfekt für jede Arbeitsumgebung, passt leicht in verschiedene Taschen und kommt überhaupt mit wirklich jeder Situation klar.
Und außerdem kann sie noch ****hier bitte noch weiteres Blabla über Gemeinplätze einsetzen****
Sowas ist echt typisch und man findet es übrigens auch auf original deutschen Verpackungen.
Wenn da irgendwo Platz für Text ist, muss der vollgetextet werden.
Notfalls auch mit nichtssagendem Unsinn.
Toll aber: „Tippaktion mit taktilem Feedback“
Klingt doch irgendwie… professionell, oder?
Veröffentlicht in Stets bemüht | Verschlagwortet mit : Flexibel, Tastatur, Verpackung, Werbeaussagen | 3 Kommentare »