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Handbuch-Redakteure bloggen ihr täglich Brot

Archiv für Mai 2009

Wild theng – you make my heart sweng

Verfasst von Nr. 2 am Donnerstag, 28. Mai 2009

Habe auf einer Platiktüte diese hübsche Aufschruft gefunden:

Keln Spielzeng

Das stimmt zwar fast, aber eben mal wieder nicht ganz. Und unterstützt ganz nebenbei meine
Theorie, dass in China mies bezahlte Seelchen Texte in Sprachen abtippen, die sie nicht
beherrschen.

Und weit und breit niemand, der Korrektur liest….

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Made by Ben

Verfasst von Scheff am Montag, 25. Mai 2009

Versionshinweise, Verfassungsdatum, Autorenkennzeichnungen und in der Regel auch Copyrightvermerke gehören unter jeden größeren Text. Sie informieren die Leser und auch Leute, die den Text später vielleicht mal noch bearbeiten wollen.

Bei Bedienungsanleitungen sind Versionshinweise und ein Datumsvermerk über die letzte Änderung sehr sinnvoll. Kunden, die den Kundenservice anrufen, weil sie ein Gerät, das sie gekauft haben, nicht verstehen, können dann zum Beispiel mit dem Service-Mitarbeiter erstmal abgleichen, ob sie die neuste Version der Bedienungsanleitung haben und so weiter…

Von einem Lieferanten haben wir eine offenbar schnell selbst geschriebene Anleitung zu einem Firmware-Upgrade an einem unserer Geräte bekommen. Der wollte das dann anscheinend auch nicht ohne Datum und Autorenkennzeichnung lassen. Aber was schreibt man dann schnell hin, wenn es keinen Standard für sowas gibt?

Ach egal: :mrgreen:

Made by Ben

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Die Leiden des jungen D. Seiners

Verfasst von Nr. 2 am Dienstag, 19. Mai 2009

Unser Designerlein hat eine Sinnkrise ;)
Normalerweise ist er ja nicht so. Er durchforstet die schöne, weite und leider selten bunte Welt der grafischen Gestaltung und zeichnet und baut und tut, was er kann. Ohne allzuviel zu meckern. Aber gerade hat er eine echte Sinnkrise.

Bei unserem Designerlein handelt es sich um einen jungen Mann in der Blüte seiner jungen Jahre, betont maskulin und heterosexuell.

Bei unseren aktuellen Produkten handelt es sich um etwas „schlüpfigere“ Ware, die eher auf einem derben Junggesellinnen-Abschied oder in einem homosexuellen Umfeld auftauchen wird.

Und unser Designerlein versucht, sich zu weigern. Er will nicht. Er meint, er habe seinen edlen Beruf nicht erlernt, um „Schwänze zu zeichnen“ (Zitat).  :lol:
Ehrlich gesagt, ich glaube folgendes: Er hat Angst, dass seine hochedlen Kollegen ihn beim „Schwänze zeichnen“ erwischen. Und sich amüsieren.

Egal, er muss tun, was ein Designerlein tun muss :twisted:

:roll: Wahrscheinlich hätten wir ihm nicht sagen sollen, dass seine nächste Aufgabe mit der korrekten Entsorgung von Hundekot mittels Plastiktüten zu tun hat…

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China rehabilitiert

Verfasst von Nr. 2 am Freitag, 15. Mai 2009

Wir schimpfen hier ja recht häufig über unsere Lieferanten – die in der Mehrzahl aus China stammen. Und wir dachten, dass unsere Probleme teilweise ein Sprachproblem und teilweise ein kulturelles Problem seien. So nach dem Motto: Bei 9000 Kilometer Übertragungsweg kann schon mal einiges verloren gehen.

BULLSHIT! :evil: Denn diese Woche habe ich gelernt: Auch 750 Kilometer und kein Sprachproblem können zu einer Menge Verwicklungen führen. Können sogar zu viel mehr Verwicklungen, Problemen und Ärger führen, als wir mit den meisten chinesischen Liefernten haben. Ich möchte mich an dieser Stelle also öffentlich und offiziell entschuldigen. Horste gibt es weltweit!

Da gibt es eine kleine, nichtsdestotrotz aber allem Anschein nach recht erfolgreiche Software-Firma. Diese Firma programmiert ein Programm, das dann auf einem Gerät unserer chinesischen Lieferanten laufen wird. Das Programm warnt Autofahrer vor gefährlichen Stellen. Kennt man schon, gibts schließlich auch in vielen Navis.

So zumindest die Theorie. Denn natürlich bekommen wir 3 unterschiedliche „final samples“ aus China. Und natürlich stellt das auch diese kleine Software-Firma vor einige Probleme. Klar. Aber die Chinesen werden trotzdem relativ rechtzeitig fertig. Wir auch. Nur diese kleine Software-Firma wird nicht fertig. Auch nicht mit ein paar Wochen Verspätung. Vielleicht nie.

Immerhin schicken Sie uns ständig Korrekturen zu ihrer eigenen Anleitung. Sie haben aus Versehen die falsche Service-Nummer angegeben, die Installation sieht anders aus, das Produkt soll anders heißen… Unser Grafikerlein will langsam schon mit Steinen werfen und ich plane einen kleinen Ausflug quer durch Deutschland. Natürlich nur in Gedanken, schließlich sind wir Profis 8-)

Egal: Um das ganze etwas aufzufangen, machen wir deren Software-Anleitung hübsch. Tun wir sonst nicht, ist ein Bonus von uns.
Und übersetzen diese Anleitung ins Französische. Ist auch ein Bonus. Und ins Englische, und das ist ein RIESEN-Bonus, weil wir hier keine englischen Muttersprachler haben.
Und ohne Muttersprachler läuft das nicht :!:
Eigentlich. Aber wir sind lieb und nett und lassen uns privat von Bekannten helfen.

Unter anderem übersetzen wir dieses nette Gerät als „Locator“. Und obwohl wir von diesem deutschen Lieferanten schon einiges gewohnt sind, überrascht er uns mal wieder. Er will das Teil in England als „Warner“ anbieten. Reaktion von unserem Muttersprachler:

„I’ve been speaking English for awhile and I can say I honestly have never heard the word „warner“ before except by my 5 year old.“

Ganz ehrlich: Ich hab dieses Wort auch noch nie im Englischen gehört, aber wenn er drauf besteht….

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Bundeskanzlerin Merkel fordert bessere Bedienungsanleitungen

Verfasst von Scheff am Donnerstag, 14. Mai 2009

Das Thema haben zwar bereits die Redakteuse und Joomla! für Dummies aufgegriffen, aber ich will auch mal noch etwas dazu sagen:

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vergangenen Dienstag auf dem 2. Deutschen Verbrauchertag 2009 eine Rede gehalten, in der etwa 68 mal das Wort „Verbraucher-“ vorkam.  ;)

Verbrauchertag

Aber darum geht es nicht.
In dieser Rede stellte Sie unter anderem fest, dass „…Gebrauchsanleitungen oft sehr schwierig zu verstehen sind…“ und fordert, dass Anbieter ihre Informationen „…klar, eindeutig, verständlich und in einer leserlichen Schriftgröße…“ formulieren sollen.

Bundesregierung

Hier mal der entsprechende Ausschnitt aus ihrer Rede (Fettungen sind von mir):

…Wenn wir Kennzeichnungen als eine Möglichkeit der Informationen wählen, muss unser Ziel sein, dass sie leicht verständlich und auf das Wesentliche reduziert sind, wobei da schon immer eine umfassende Diskussion stattfindet. Ich persönlich – das mag mit dem zunehmenden Alter zusammenhängen – stelle immer wieder fest, dass Gebrauchsanleitungen für technische Geräte oft sehr schwierig zu verstehen sind. Ich habe immerhin Physik studiert und denke mir, dass ich nicht ganz ungebildet bin. Man ist froh, wenn man den Text irgendwo auf Deutsch findet. Wenn man dann die Brille parat hat, kann man auch das Kleingedruckte einigermaßen lesen. Es ist gut, dass es Kinder gibt, die das alles intuitiv machen, und meistens auch nichts kaputt geht, wenn sie das Gerät einmal praktisch ausprobieren.

Gerade für Senioren ist es wichtig, dass Informationen wirklich in allgemein verständlicher Form aufbereitet werden. Mit dem Älterwerden machen sich die Schwierigkeiten, wie gesagt, schrittweise bemerkbar. In Bahnhöfen, im Internet und in Einkaufszentren wimmelt es von Anglizismen und Wortschöpfungen, die nicht nur älteren Menschen das Leben unnötig schwer machen. Deshalb sind die Anbieter gefordert, ihre Informationen klar, eindeutig, verständlich und in einer leserlichen Schriftgröße zu formulieren. Das sind eigentlich ganz einfache Dinge. Man wundert sich, warum unsere deutsche Sprache so selten benutzt wird, um einfache Sachverhalte darzustellen. …

Soweit so gut.
Insgesamt hat sie natürlich Recht.

Aber ich hatte in den Kommentaren zum Artikel „Webcam mit fortschrittlichen Einstellungen“ schon einmal mit Kommentator „Hajo“ darüber geredet, dass es eindeutig eine Frage des Budgets ist.
Gute Bedienungsanleitungen kosten Geld, das sind Material- und Personalkosten. Materialkosten, damit es nicht nur fliegende Zettel auf 40 g „Bibelpapier“, sondern ein ordentliches Buch ist. Und Personalkosten, weil Technische Redakteure nun mal Geld kosten und weil den Job nicht jeder Hanswurst machen kann. Von der technischen Ausrüstung will ich mal garnicht reden.
Anbieter von technischen Produkten sind gezwungen, so billig wie möglich anzubieten. Hier geht es um Cent-Beträge. Es wird selten akzeptiert, dass das Produkt teurer wird, weil da eine teure Bedienungsanleitung beiliegt.
Umgekehrt würden auch nur wenige Kunden für das selbe Produkt mehr bezahlen, weil bei diesem eine gute deutsche Bedienungsanleitung beiliegt. In Zeiten, in denen die meisten Leute lieber bei „Geiz ist geil“ einkaufen als im Fachhandel, kann man mit einer guten Bedienungsanleitung kaum noch jemanden hinter dem Ofen hervorlocken.

Ach was rege ich mich auf.  8)

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Beißring spüllen

Verfasst von Scheff am Mittwoch, 13. Mai 2009

Das hier steht neben 70 anderen Sprachen auf der Verpackung für einen Baby-Beißring:

Beißring

Das Produkt wurde in Polen hergestellt.
Das sieht man auch wieder deutlich an dem falschen Text: Die Art der Falschheit ist einfach anders…    :)

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Wir!

Verfasst von Scheff am Montag, 11. Mai 2009

Eigentlich haben wir für bemerkenswerte Suchbegriffe ja eine extra Seite eingerichtet.

Aber die Suchanfragen, mit denen letztens Leute auf unserem Blog gelandet sind, muss ich hier mal extra beantworten:

Auf die Fragen

wer schreibt Gebrauchsanweisung

und

wer schreibt Bedienungsanleitung

gibt es nur eine Antwort:

wir

Damit das mal klar ist! 8)

Natürlich, das muss ich fairerweise sagen, kann man sich mit sowas auch noch an die Redakteuse, an Doku-Hotline, an Cap-Studio oder an Erklärerblog wenden. Oder sicher auch woanders hin.

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Wer aber nochmal nach

Übersetzungsmaschinen

sucht, kriegt eins auf die Nuss. Davon wollen wir hier nichts hören! :mad:

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Auf die Frage

wozu Batteriegriff

kann sicher nur Paul Glaser eine kompetente Antwort geben. Wir dokumentieren das Elend nur. ;)

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Und die Suchanfrage nach

lustige Synonyme Geschlechtsorgane

äähhh… also davon hab ich wirklich noch nie etwas gehört. :mrgreen:

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Mönchen beten Touristen Gebetplatzes – häää?

Verfasst von Scheff am Freitag, 8. Mai 2009

Hier mal wieder eine Leser-Einsendung.
Diesmal von Robert Heger, der das folgende Schild an einer Kirche in Venedig fotografierte:

Kirche Venedig Robert Heger

Ähm – ja. :roll:

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass schlechte Übersetzungen aus den verschiedenen Sprachen natürlich immer anders aussehen. An dem Text oben sieht man an der Art der falschen Grammatik deutlich, dass es nicht aus dem Englischen falsch übersetzt wurde.
Toll oder?
Naja, aber letztendlich ist das auch egal. ;)

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Software schön chinesisch erklärt

Verfasst von Scheff am Mittwoch, 6. Mai 2009

Für ein Handy aus China habe ich das Menü schön deutsch gemacht, damit die deutschen Kunden das Teil natürlich einwandfrei benutzen können.

Ich schickte die neuen deutschen Worte in einer vom Lieferanten vorbereiteten Excel-Tabelle nach China, damit der daraus eine neue und schöne deutsche Software für das Handy machen kann. Als die neue Software fertig war, schickte sie mir der Lieferant und dazu auch noch ein „Flash-Tool“, also ein Programm, mit dem ich die neue Software auf das Handymuster, das ich habe, aufspielen kann.

Soweit so normal.

Und damit ich auch verstehe, wie das „Flash-Tool“ funktioniert, hat mir der Lieferant auch noch eine Anleitung beigelegt. Die sieht so aus:

handy-upgradesoftware

Es wäre halt nur nett gewesen, wenn der Lieferant mir die Anweisungen und Tipps wenigstens in englischer Sprache dazugeschrieben hätte und nicht in chinesisch, oder wie M$ WORD das übersetzt: quadratisch. :mad:

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