Hier in der vielgescholtenen und vielgelobten EU gibt es die Richlinie 97/55/EG. Diese Richlinie wird in Deutschland durch das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb umgesetzt. In diesem Gesetz stehen dann so schöne Dinge wie:
„Unlautere geschäftliche Handlungen sind unzulässig, wenn sie geeignet sind, die Interessen von Mitbewerbern, Verbrauchern oder sonstigen Marktteilnehmern spürbar zu beeinträchtigen.“
Weiter geht es dann unter anderem so:
„Unlauter handelt insbesondere, wer…geschäftliche Handlungen vornimmt, die geeignet sind, geistige oder körperliche Gebrechen, das Alter, die geschäftliche Unerfahrenheit, die Leichtgläubigkeit, die Angst oder die Zwangslage von Verbrauchern auszunutzen;“…
Besonders die Sache mit der Leichtgläubigkeit ist heikel, da ja eigentlich der ganze Sinn und Zweck von Werbung dazu dient, den Verbraucher etwas glauben zu lassen,w as nicht so unbedingt der Realität entsprechen muss. Klar, die meisten von uns wissen einfach, dass Käptn I. uns nicht zu spannenden Abenteuern entführt, sobald wir in ein Fischstäbchen beissen. Die meisten von uns wissen auch, dass der Flirterfolg bei französischen Frauen nicht unbedingt von der Biermarke abhängt.
Es wird schon etwas kniffliger, wenn es beispielsweise um Lebensmittel geht. Das zeigt beispielsweise Foodwatch, die sich regelmäßig mit großen Konzernen anlegen. Gegen die Produkte selbst haben die Herren und Damen eher weniger, sie kritisieren hauptsächlich die Werbung.
Ende der langen Vorrede
Wir fallen ganz ganz grob auch in dieses Raster, da wir in Bedienungsanleitungen auch mit dem lieben Kunden kommunizieren. Zwar erst nach dem Kauf, aber immerhin. Und daher müssen auch wir aufpassen, dass wir nur versprechen, was das Produkt auch halten kann.
In China scheint das etwas anders zu sein. Mein neuestes Lieblingsbeispiel: ein Raumbefeuchter. Dieses nette Gerät macht die Raumluft feuchter und daher auch unter Umständen für den einen oder anderen gesünder. Es sei denn, es ist Winter, die Bude ist kalt und man leidet unter Rheuma….
Mit folgendem Claim könnte man ja noch halbwegs leben:

Auch wenn ich nicht so ganz sehe, wie die Raumluft die Möbel besser macht. Egal. Das nächste wird schon besser:

Hier werden schön alle bösen Sachen gezeigt, die sich so in der Raumluft befinden können. Also SARS beispielsweise. Unten wird auch schon die Vogelgrippe aufgeführt. Immerhin kann man daran sehen, dass das Produkt schon bissel älter ist. Schweinepest ist noch nicht drauf 
Aber der Hammer kommt noch. Immerhin haben die Ersteller dieser Unsäglichkeit sich so schön viel Mühe gegeben, uns erst das tolle Produkt vorzustellen und dann unsere schlimme, schlimme Umgebung, die selbst hilflose (!), schlafende (!) Frauen (!) und Säuglinge (!!) niedermachen will.
Jetzt kommt die Lösung. Wissenschaftlich aufpoliert zeigt eine tolle Grafik, wie ein simpler 9,95-Luftbefeuchter uns das Leben retten kann:

Der tolle Lufterfrischer sterilisiert die Luft und tötet fiese Bakterien und Viren ab, indem er in deren DNA eindringt
. Da wird mir ehrlich gesagt ganz anders, wenn ich das sehe. UND ich möchte Rechtsanwalt sein. Jetzt und sofort. Wenn das erste Unternehmen dumm genug ist, mit sowas wirklich zu werben, bin ich dann reich