M.I.B. retten undercover das Universum, begraben hauptberuflich tote Menschen, sind Mitglieder der Mafia oder Anwälte. Momentan stehen Anwälte bei mir wirklich noch hinter den Mafiamitgliedern.
Der Grund ist unser Firmenanwalt. Er kann sicher einiges, schließlich arbeitet er schon länger hier. Und er kennt sich auch sicher hervorragend im Rechtssystem aus. Aber jeder Mensch hat Grenzen und die sollte man auch kennen – Selbstbewusstsein hin oder her.
1. Akt: Die Vorgeschichte
1. Aufzug
Es fing alles ganz harmlos an.
Wir haben etwas Ärger mit einem Produkt. Und bekommen Auflagen: Ändert die Anleitung und die Verpackung und weist auf etwas hin, sonst dürft ihr das nicht mehr verkaufen. Klar, machen wir. Und eigentlich muss nicht allzu viel geändert werden und das ganze geht recht schnell.
2. Aufzug
Die Anleitung ist in einem Tag überarbeitet, der Anwalt nickt die neue Version ab. Sie wird an die Behörden geschickt und die nicken die neue Version auch ab.
2. Akt: Das Unheil bahnt sich an
1. Aufzug
Jetzt muss die Aufschrift auf der Verpackung geändert werden. Ich kürze also die Anleitung und gehe zum Anwalt. Der nickt diese Version ab. Schließlich finden die Behörden die Anleitung schon toll.
2. Aufzug
Ich gehe zum Designer und gebe ihm die Texte. Er macht sich an die Arbeit. Er zeigt seine Arbeit danach dem Anwalt.
Am nächsten Morgen bekomme ich eine Mail:
„Hallo zusammen,
der französische Text für die blablabla muss nochmal übersetzt werden. Herr X ist mit der Übersetzung nicht zufrieden.
Besonders die Passagen die sich darum drehen, dass blablabla gefallen nicht. Ebenso der Teil der blablabla…
Im Enddefekt möchte Herr X, dass der gesamte Text nochmal übersetzt wird und dieser sich sehr exakt an die deutsche Vorgabe hält.“
3. Aufzug
Ich rede mit dem Übersetzer. Er ist leicht beleidigt, weil bisher noch nie jemand an seiner Arbeit gemäkelt hat. Aber er übersetzt noch mal und hält sich genau an die deutsche Vorlage.
Der Designer setzt den neuen Text und ab zum Anwalt.
3. Akt: Eskalation
1. Aufzug
Email vom Anwalt:
„würde ich statt „ni“ „ainsi que“ schreiben bei dem Satz mit blablabla“
Anmerkung vom Bühnenrand:
Dieser Anwalt hat weder französische Wurzeln noch eine französische Lebenspartnerin noch irgendwelche anderen engeren Beziehungen zu Frankreich. Aber immerhin mal in der Schule Französisch gelernt.
2. Aufzug
Ich rede mit dem Übersetzer. Er verweist auf die Ehre seines Berufes und will seine Ernennungsurkunde zum beeidigten Übersetzer einscannen und an den Anwalt schicken. Der Satz ist mit „ainsi que“ anscheinend ganz ganz übel.
3. Aufzug
Ich schreibe eine Email an den Anwalt.
„Die Verwendung von „ainsi que“ anstelle von „ni“ lehnt unser muttersprachlicher Übersetzer
als Grammatikfehler (wegen der Negation in diesem Satz) ab.“
4. Aufzug
Email vom Anwalt:
„Dem muttersprachlichen Übersetzer müßte klar sein, dass blablabbla Mit ni“ bin ich weiterhin nicht einverstanden, d.h. schlicht und einfach „weder noch“. Schreiben Sie daher blablabla“
5. und bisher letzter Aufzug.
Ich tue es. Ich stelle das Ego und die Arroganz eines Anwalts über den beeidigten Übersetzer. Mein Französisch ist nicht so gut, dass ich einem Muttersprachler ins Gehege pfusche. Denn ich bin kein Muttersprachler.
Aber: Ich bin kurz vorm Explodieren und der Übersetzer ist eingeschnappt. Fragt uns, was für ein Auto der Anwalt fährt. Nächste Woche wird er uns nämlich besuchen kommen….










