Verfasst von Nr. 2 am Dienstag, 1. September 2009
Heute fängt das neue Ausbildungsjahr an. Heute kommen also in unserer netten Firma wieder ein paar Jungs und Mädels an, die was lernen wollen (hoffentlich).
Der ideale Tag, um mal eine Lanze für Azubis zu brechen.
Einige Kollegen finden Azubis lästig, weil sie Arbeit machen. Immerhin muss man denen ja erklären, was die Welt zusammenhält 
Einige Firmen benutzen Azubis als billige Arbeitskräfte, die man dafür nichtmal richtig ausbilden muss
Ich MAG Azubis. Ich mag frische Gesichter und ich mag Fragen. Gerade auch dann, wenn mir die Antwort schwerfällt. Denn dann merke ich immer mal wieder, wie festgefahren und betriebsblind wir inzwischen geworden sind. Beides ist wahnsinnig gefährlich, für uns als technische Redakteure vielleicht noch gefährlicher als für andere Berufsgruppen. Immerhin sollen die da draußen uns verstehen – und die da draußen bringen auch kein Insiderwissen mit.
Bei uns werden Azubis, die etwas im technischen Bereich lernen, auch dazu eingesetzt, neue Produkte zu testen, bevor diese gekauft werden. Einer unserer Azubis hat dabei eine Dockingstation für Festplatten getestet. Damit die auch ja genug Strom kriegt, war im Lieferumfang ein USB-Y-Kabel dabei. Und wenn nachher im Testbericht sowas steht:

…dann weiß ich, dass ich einem Azubi was erklären und meine Anleitung erweitern muss
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Verfasst von Nr. 2 am Freitag, 15. Mai 2009
Wir schimpfen hier ja recht häufig über unsere Lieferanten – die in der Mehrzahl aus China stammen. Und wir dachten, dass unsere Probleme teilweise ein Sprachproblem und teilweise ein kulturelles Problem seien. So nach dem Motto: Bei 9000 Kilometer Übertragungsweg kann schon mal einiges verloren gehen.
BULLSHIT!
Denn diese Woche habe ich gelernt: Auch 750 Kilometer und kein Sprachproblem können zu einer Menge Verwicklungen führen. Können sogar zu viel mehr Verwicklungen, Problemen und Ärger führen, als wir mit den meisten chinesischen Liefernten haben. Ich möchte mich an dieser Stelle also öffentlich und offiziell entschuldigen. Horste gibt es weltweit!
Da gibt es eine kleine, nichtsdestotrotz aber allem Anschein nach recht erfolgreiche Software-Firma. Diese Firma programmiert ein Programm, das dann auf einem Gerät unserer chinesischen Lieferanten laufen wird. Das Programm warnt Autofahrer vor gefährlichen Stellen. Kennt man schon, gibts schließlich auch in vielen Navis.
So zumindest die Theorie. Denn natürlich bekommen wir 3 unterschiedliche „final samples“ aus China. Und natürlich stellt das auch diese kleine Software-Firma vor einige Probleme. Klar. Aber die Chinesen werden trotzdem relativ rechtzeitig fertig. Wir auch. Nur diese kleine Software-Firma wird nicht fertig. Auch nicht mit ein paar Wochen Verspätung. Vielleicht nie.
Immerhin schicken Sie uns ständig Korrekturen zu ihrer eigenen Anleitung. Sie haben aus Versehen die falsche Service-Nummer angegeben, die Installation sieht anders aus, das Produkt soll anders heißen… Unser Grafikerlein will langsam schon mit Steinen werfen und ich plane einen kleinen Ausflug quer durch Deutschland. Natürlich nur in Gedanken, schließlich sind wir Profis
Egal: Um das ganze etwas aufzufangen, machen wir deren Software-Anleitung hübsch. Tun wir sonst nicht, ist ein Bonus von uns.
Und übersetzen diese Anleitung ins Französische. Ist auch ein Bonus. Und ins Englische, und das ist ein RIESEN-Bonus, weil wir hier keine englischen Muttersprachler haben.
Und ohne Muttersprachler läuft das nicht 
Eigentlich. Aber wir sind lieb und nett und lassen uns privat von Bekannten helfen.
Unter anderem übersetzen wir dieses nette Gerät als „Locator“. Und obwohl wir von diesem deutschen Lieferanten schon einiges gewohnt sind, überrascht er uns mal wieder. Er will das Teil in England als „Warner“ anbieten. Reaktion von unserem Muttersprachler:
„I’ve been speaking English for awhile and I can say I honestly have never heard the word „warner“ before except by my 5 year old.“
Ganz ehrlich: Ich hab dieses Wort auch noch nie im Englischen gehört, aber wenn er drauf besteht….
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Verfasst von Scheff am Mittwoch, 29. April 2009
Eine Standard-Anfrage von uns an die Lieferanten ist, in welcher Größe wir die Bedienungsanleitung designen können.
Dabei ist natürlich wichtig, dass die Bedienungsanleitung in die für das Produkt vorgesehene Verpackung passt. Außerdem haben die Lieferanten meist bestimmte Standardgrößen, für die sie vielleicht schon Verträge mit den Druckereien haben. Aber diese Größen müssen wir natürlich wissen, damit wir unsere Anleitung gleich auf das Format anlegen.
Würden wir das nicht tun und den Lieferanten einfach unsere Standardformate, wie A4 oder A5 schicken, würden viele von denen das ohne Rücksprache einfach auf ihre Größe ändern. Und dabei rede ich nicht von ordentlichem Skalieren. Hin und wieder wird da dann einfach an der Seite ein Streifen abgeschnitten, damit es in die Verpackung passt.
Die guten Lieferanten sagen uns gleich, was sie brauchen.
Die weniger guten sagen es immerhin auf Nachfrage.
Die Horste sagen uns, dass sie gern eine andere Größe hätten, wenn wir Ihnen schon unsere fertige Bedienungsanleitung geschickt haben. Das sind dann immer Momente, in denen wir beruhigend und mit säuselnder Stimme auf unseren Designer einreden und ihm viele Süßigkeiten hinstellen müssen, damit er seine verschiedenen Gewaltpläne (zum Beispiel den, eine Armee von Killerpandas
zu züchten und diese in China einmarschieren zu lassen) nicht wahr macht. Er muss dann nämlich alles nochmal neu setzen. Aber das kommt zum Glück nicht so oft vor.
Wahrscheinlich halten uns einige der chinesischen Lieferanten auch für doof.
Das denken wir besonders dann, wenn der Erklärung, wie sie eine Bedienungsanleitung brauchen auch noch ein Foto von einer kleinen Skizze beiliegt.
So wie diese:

Oder diese:

Das ist doch nett, oder?
Da kann nun wirklich fast nichts mehr schief gehen.
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Verfasst von Scheff am Dienstag, 30. September 2008

In China beginnt bald wieder die Canton Fair. Das ist so ziemlich die größte und wichtigste Messe dort, auch für europäische Importeure. Tausende Aussteller versuchen dort ihre chinesischen Waren an die Millionen Messebesucher zu bringen und Handelsverträge abzuschließen. Bei der ganzen Sache hat der Staat natürlich auch immer mit die Finger drin und versucht überall regelnd einzugreifen.
Der offizielle Internetauftritt der Messe kann sogar in deutscher Sprache angezeigt werden. Das ist an sich ziemlich gut und zuvorkommend. Aber klar, die sind ja auch sehr an Messebesuchern aus Deutschland interessiert. Nur wenn man sich dieses Deutsch dann mal genauer anschaut…
Zum Beispiel hier:

Oder hier:

Oder da:

Naja nicht sooo toll!
Wenn Ihr Lust habt, klickt Euch doch mal durch diese Internetpräsentation der Messe. Schmunzelgarantie!
Ich frag mich, warum die sich bei so einer wichtigen Messe nicht einen Übersetzer geleistet haben, der sein Fach versteht.
Egal – so haben wir wenigstens was zum Lachen.
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Verfasst von Nr. 2 am Mittwoch, 13. August 2008
Wir haben einen Fehler in einer Anleitung gefunden. Kein schlimmer Fehler, eher eine Art Schönheitsfleck. Trotzdem haben wir den verbessert und an den Lieferanten geschickt.
Kleine E-Mail dazu: „Lieber Lieferant, wenn Du mal wieder Anleitungen drucken musst, dann nimm diese Version , die ist schöner und toller.“
Lange tut sich nichts. Hängen wahrscheinlich alle vor kleinen chinesischen DVB-Ts und gucken Olympia. Aber dann kommt doch noch was:
Dear Neuling,
Thanks for your consideration.
After checking that there are 6985pcs of old version.
We will use the new one after used up.
Thanks & have a nice day,
Jetzt bin ich baff. Chinesen verwenden viel weniger Technik, als wir alle so denken. Vermutlich hat Sie die Schachteln gezählt oder so.
Nicht sehr effizient. Nicht sehr sinnvoll, ein einfaches „Klar, machen wir“ hätte genügt.
Aber SEHR gründlich!
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Verfasst von Nr. 2 am Donnerstag, 24. Juli 2008
Ich finde es ja schön, wenn schöne Produkte schöne Namen bekommen. Ein gelb-blaues Möbelhaus macht das eigentlch ganz nett vor. Und wir bemühen uns auch, für wirklich tolle Sachen Namen zu erfinden. Das erhöht den Wiedererkennungswert und so weiter. Ich finds toll!

Allerdings kann man wohl ALLES übertreiben…
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Verfasst von Scheff am Mittwoch, 5. März 2008
Letztens kam ne E-Mail aus China, die ganz unten das folgende Logo trug:

Ich bin erstmal drüber gestolpert und dachte
„okay… und das aus einem Land, das zu den größten Umweltfrevlern der Welt gehört“
Ich find das gut. Sie haben recht.
Es scheint echt immer wieder Leute zu geben, die fast jede Mail die sie bekommen, ausdrucken.
Das muss ja nun wirklich nicht sein.
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Verfasst von Scheff am Freitag, 29. Februar 2008
In der Verpackung eines unserer Produkte, das wir aus China geliefert bekommen hatten lag folgender Zettel drin:

Und wir fragten uns: Was will uns dieser Zettel sagen?
- Achtung, Produkt ist gefährlich ?
- Wer das kauft ist doof ?
- Reingelegt ?
- Das ist das Haus vom Nikolaus ?
- Grüße aus China ?
Oder was?
Die Nachfrage bei einer chinesischen Kollegin brachte Entwarnung:
Der Zettel ist ein Vermerk der Qualitätskontrolle (ja, sowas gibt es in China auch) und auf dem Zettel steht sowas wie „Qualitätskontrolle passiert“ oder so.
Na dann…
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